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Der Festausschuss

Vorstand

Der Vorstand des Festausschusses. (v.l.n.r) Dorle Henn, Jörg Kroop, Thomas Appelbaum, Winfried Rothstein, Claudia Ferber, Thomas Rasch, Michael Syré, Dieter Specht, Hilde Weiler, Marlene Cristandt, Barbara Geißler

 

 

 

Chronik des Festausschuss Bendorfer Karneval 1951 e.V.

Am 20. November 1991 schrieb Richard Neckenig, Mitgründer und Protokollführer der Gründungsversammlung des FBK, den Gründungsbericht neu für den damaligen Narrenfahrplan. Richard ist auch heute noch Mitglied sowie Ehrenmitglied im FBK.

 

Gründungsbericht des „Festausschuß Bendorfer Karneval  e.V.

 

Der Gründungsbericht des FBK bzw. der Anlaß zur Gründung bedarf einer kurzen Vorgeschichte, die da lautet:

Die im Mai 1930 gegründete Kirmesgesellschaft „Rheinische Jugend“ hat sich in den darauf folgenden Jahren an den Fastnachtstagen auch mit karnevalistischen Darbietungen, Programmen und sogenannten Kappenfahrten vorgestellt. Die Gedanken und Absichten, dieses rheinische Brauchtum in Bendorf neu aufzubauen, waren so gereicht, dass man sich entschloss ab 1936 alljährlich offiziell und großartig Prunk-Gala-Damensitzungen abzuhalten und einen typischen Rosenmontagszug nach dem Stil des Kölner Karnevals zu arrangieren. Dies hat der Verein auch in seiner Namensgebung ausgedrückt und nannte sich ab diesem Jahre in der Karnevalssession „Große Bendorfer Karnevalsgesellschaft 1936“ – GBKG –

Vor der ersten Sitzung zur Fastnacht 1936 nannten Mitglieder aus anderen karnevaltreibenden Vereinen –das war insbesondere der Gesellschaftsclub „Rheinland“ und der Bendorfer Männergesangsverein 1881- die Männer der Kirmesgesellschaft „die Lausjunge“.

Hinter vorgehaltener Hans sprach man skeptisch von dem was wohl die junge Generation bieten werde und auf welche Dauer dieses Vorhaben bestehen wird.

Nach dem großen Sitzungserfolg von 1936 hat im darauf folgenden Jahr das Mitglied der GBKG, Hännes Breitbach, dies zum Anlass genommen, um in seinem Karnevalsschlager als Refrain die Formulierung einzusetzen:

„Dat hät dä Lausjung doch werklich fein gemacht,

von su em Lausjung hät dat käner gedacht,

ja su en Lausjung et manchmol besser kann,

als wie en ausgewachs’ne richtige gruße Mann.“

So hat der volkstümliche Bendorfer Ausdruck „Du Lausjung“ eine neue Anwendung gefunden und viele Jahre nannte man die Karnevalisten der „Großen Bendorfer Karnevalsgesellschaft“ die „Lausjunge“. Die Figur des Lausjung wurde in der Gesellschaft ein fester Begriff.

Als einziger im Ort existierende Karnevalsgesellschaft hat sie dann alljährlich die großen Sitzungen abgehalten und 1937, 1938 und 1939 die drei ersten Rosenmontagsumzüge durchgeführt. Anton Schmidt, der spätere Einberufer zur Gründung des Festausschusses, war im Jahre 1937 der erste Bendorfer Karnevalsprinz und regierte als Prinz Toni der I. von der Mühlenburg.

Der Kriegsbeginn unterbrach diesen wunderbaren karnevalistischen Aufbau in Bendorf und die neu begonnene Brauchtumspflege. Nach Rückkehr der ersten Aktiven der Kirmesgesellschaft „Rheinische Jugend“ 1930 und der „Großen Bendorfer Karnevalsgesellschaft 1936“ aus der Kriegsgefangenschaft, war zum 11.11.1946 in der „Abrosch“ die erste kleine närrische Sitzung.

Der Verein hat nach diesem ersten Nachkriegsauftakt, der mit Genehmigung der Militärregierung und des Ortskommandanten stattfinden durfte, in der Folgezeit, neben Sitzungen und Bällen für Rosenmontag 1949 und 1950 wieder die ersten Nachkriegs-Rosenmontagszüge vorbereitet, organisiert und unter Mitwirkung der ‚Ortsvereine und der Bevölkerung gestaltet und durchgeführt.

In einem dieser Jahre war auch mittlerweile für die beiden Vereinsbezeichnungen die Kurzform „KuK“ beschlossen worden. In der Mitgliederversammlung der KuK im Januar 195 hat der Vorstand den Vorschlag eingebracht, zur Fastnacht 1951 keinen Rosenmontagszug gehen zu lassen. Der Grund lag außerhalb des Vereins. Durch die in den Vorjahren mangehafte finanzielle Unterstützung der Gastwirte, wollte der 1. Vorsitzende und einige andere Vorstandsmitglieder der Bendorfer Gastronomie einmal zeigen, wie menschenleer die Straßen und Gaststätten sind, wenn in Bendorf kein Rosenmontagszug stattfindet. Einige Gastwirte hatten nämlich geäußert, „auch ohne Rosenmontagszug sind die Straßen und Gasträume voll Menschen“. In heftigem Wortwechsel und mit starken Argumentationen wurde von den Mitgliedern das Für und Wider eines Rosemontagszuges zur Fastnach 1951 diskutiert. Laut Versammlungsbeschluß hat dann die KuK zur Durchführung des Rosenmontagszuges 1951 erstmalig nicht aufgerufen bzw. den Aufruf unterlassen.

Fünf bis sechs Mitglieder – die Namen sind noch bekannt – hielten diesen Beschluß für unmöglich, im Hinblick auf die Traditionsverpflichtung der KuK gegenüber der Bevölkerung. Protestartig stellten sie sich gegen den Mehrheitsbeschluß und verließen den Versammlungsraum im „Niederhof“. Diese Mitglieder beugten sich nicht dem Mehrheitswillen der Versammlung und organisierten auf eigene Faust mit den Bendorfer Vereinen und der Bürgerschaft einen Rosenmontagszug. In Unkenntnis der KuKVereinsabsicht fanden sie Mitwirkende, so das ein Rosenmontagszug, wie man sagt, recht und schlecht lief.

Aufgrund dieses „Erfolges“ kehrten die KuK-Mitglieder nicht zu ihrem Verein zurück und überlegten, in einen neuen Karnevalsverein, der noch zu gründen war, weiter karnevalistisch tätig zu sein. Im April/Mai 1951 wurde dann die neue Karnevalsgesellschaft mit dem alten Namen „Alte Bendorfer Carnevalsgesellschaft“ –ABC- gegründet; eine KG mit diesem Namen bestand bereits nach der Jahrhundertwende bis etwa zum 1. Weltkrieg.

Es waren die altgedienten Vereinsveteranen, die schon 1936 von den „Lausjungen“ sprachen, die zur Neugründung dieses Vereins animierten und mithalfen sowie den neuen Verein gegen die KuK unterstützten.

Aus einem vereinsinternen Grund hat die KuK im gleichen Jahre noch ein wertvolles Mitglied verloren. Jupp Lenz glaubte nach einer persönlichen Auseinandersetzung sich von der KuK abwenden zu müssen. Er wollte sich nun in einem eigenen Verein erneut profilieren. So gründete er tatsächlich noch im Jahre 1951 den „Dilettanten-Club Blau-Gold“ –DCB-, genannt.

Nun war die KuK nicht mehr der einzige Karnevalsverein auf örtlicher Ebene und konnte auch dementsprechend nicht mehr alleine nach eigenen Plänen und Vorstellungen die Vorbereitung für einen Rosenmontagzug durchführen. Um für die Gestaltung des Rosenmontagszuges 1952, trotz vorhandener Spannungen und Unstimmigkeiten zwischen den drei nun existierenden Karnevalsgesellschaften, ein gewisses Maß an Übereinstimmung zu erreichen, war für den 1. Vorsitzenden der KuK, Anton Schmidt, der Anlaß gegeben, die Gründung einer Dachorganisation im Stadtteil Bendorf herbeizuführen.

Zur Bildung eines solchen Gremiums hat die KuK mit Schreiben vom 20. November 1951 37 Personen und Vereine für den 24. November 1951 in das Hotel „Zur Traube“ –Look/von Kleist – eingeladen.

Entsandt bzw. erschienen waren 23 Personen bzw. Vereinsvertreter:

Bürgermeister Georg Bauer

Fritz Nett                           – Verkehrs- und Verschönerungsverein

Josef Weiland                     – vom örtlichen Gaststätten- und Beherbungsverband

Anton Schmidt / Gotthard Clotten /

Richard Neckenig               – KuK

Paul Kamp / Heinrich Becker /

Josef Bomm                       – ABC

Josef Lenz/Helmut Jakobs – DCB

Margarete Leclerc / Margarete Koopmann/

Gretel Kahn                         – Möhnenclub Bendorf

Albert Schwenkmezger       – Bendorfer Zeitung

Adolf Mildenberger             – Volkschor „Freie Sänger“

Gerhard Geißler                   – Kolpingsfamilie Bendorf

und noch fünf weitere Ortsvereinsvertreter, die ohne Wortmeldung teilnahmen.

In dieser Besprechung der Bendorfer Karnevalsvereine mit den geladenen Ortsvereinen, hat man sich unter der Versammlungsleitung des 1. Vorsitzenden der GBKG Anton Schmidt auf die Bildung eines „Festausschuß für den Bendorfer Rosenmontagszug“ geeignet. Die vorgenannten Personen gelten somit als Gründer des „Festausschuß Bendorfer Karneval  e. V.“

Man hat sich dahingehend festgelegt, dass nur

der Bürgermeister,

der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins,

der Vorsitzende des Gaststääten- und Beherbergungsverbandes,

drei Mitglieder der KuK,

drei Mitglieder des ABC,

drei Mitglieder des DCB,

zwei Mitglieder des Möhnenclub Bendorf,

ein Vertreter der Bendorfer Zeitung und

ein Mitglied eines Ortsvereins, als Vertreter für alle Ortsvereine,

dem Festauschuß angehören sollen.

Die Anwesenden haben Josef Stahlhofen, Vorsitzender der Angelsportvereins Bendorf, als Vertreter für alle Bendorfer Ortsvereine in dem Festausschuß gewählt.

Die anwesenden Vereinsvertreter wurden gebeten, bis spätestens Mittwoch, dem 28. November 1951, die künftigen Entsandten ihres Vereins für den Festausschuß dem Versammlungsleiter Anton Schmidt zu benennen, denn die Einladung zur konstituierenden Sitzung des Festausschusses, mit Wahl des ersten Vorstandes, sollte noch einmal durch die GBKG erfolgen.

Diese Sitzung hat dann am 11. Dezember 1951 stattgefunden, in der folgender geschäftsführender Vorstand gewählt wurde:

  1. Vorsitzender                                       Anton Schmidt                             KuK
  2. Vorsitzender                                       blieb noch unbesetzt
  3. Geschäftsführer                                 Hans Pfaffenhausen                     KuK
  4. Geschäftsführer                                 Theo Würgens                               ABC
  5. Kassierer                                             Heinrich Becker                           ABC
  6. Kassierer                                             Gotthard Clotten                           KuK

Die Besitzer wurden:

Georg Bauer                                           Bürgermeister der Stadt Bendorf

Josef Bomm                                            ABC

Margarete Leclerc                                 Möhnenclub Bendorf

Margarete Koopmann                           Möhnenclub Bendorf

Josef Stahlhofen                                  Vertreter der Ortsvereine

Fritz Nett                                               Vorsitzender des VVV

Josef Weiland                                       Vorsitzender der Gaststätten- und                                                      Beherbergungsverbandes

Albert Schwenkmezger                         Bendorfer Zeitung

Der Dilettanten-Club „Blau-Gelb“ hatte für diese Sitzung noch keine Vereinsvertreter für die Mitgliedschaftt im Festausschuß entsandt. Erst im daraufolgenden Jahr hat der Dilettanten-Club seine Mitarbeit im Festausschuß begonnen.

Der neu gegründete Festausschuß konnte in der Gemeinschaftssitzung am 17. Februar 1952 im Hotel „Bendorfer Hof“ das erste Nachkriegs-Prinzenpaar

Prinz Wilfried I. von Schüllerstein und

Ihr Lieblichkeit Prinzessin Gerti von Adtenhausen

– Wilfried Schüller und Gerti Ackermann geb. Adt – proklamieren.

Der Rosenmontagszug 1952 war das erste Gemeinschaftswerk des Festausschusses, zur Fortsetzung der Bendorfer Rosenmontagszugtradition. Er wurde vom damaligen 1. Vorsitzenden Anton Schmidt und Richard Neckenig zusammengestellt, aufgestellt und durch Bendorf’s Straßen zur Freude vieler begeisterter Menschen geleitet.

Der ersten wesentlichen personellen Veränderung im geschäftsführenden Vorstand seien zum Schluß noch kurz erwähnt.

Bereits im Januar 1953 erfolgte schon ein Wechsel. Geschäftsführer Hans Pfaffenhausen ist aus persönlichen Gründen ausgeschieden. Die KuK hat Richard Neckenig als seinen Nachfolger eingesetzt, der die Geschäftsführung übernommen und sechs Jahre weitergeführt hat, dann die Organisationsleitung der Rosenmontagszüge fortgesetzt hat und heute noch al einziger Mitgründer dem Festausschuß angehört.

Das Festausschußmitglied Josef Bomm hat nach einjähriger Zugehörigkeit auf seine Mitgliedschaft als Beisitzer verzichtet. Als Nachfolger hat die ABC ab der Karnevalssession1952/1953 Paul Keller entsandt.

Anton Schmidt hat in der Jahreshauptversammlung des Festausschusses am 13. Dezember 1958 sein Amt als 1. Vorsitzender nach siebenjähriger Tätigkei zur Verfügung gestellt. Nachfolger wurde Theo Waibel, der den 1. Vorsitz bis 1982 führte. Josef Schmidt, Sohn von Anton Schmidt, hat den Vorsitz 1983 übernommen und den Festausschuß in selbstloser Weise bis zu seinem Tode im Jahre 1988 geführt.

Sein Nachfolger wurde noch im selben Jahre Werner Breuer.

Die ABC hat 1960 und der DCB hat 1964 seine offizielle Vereinstätigkeit nach außen eingestellt und demzufolge auch die Mitarbeit im Festausschuß unterlassen.

In Dankbarkeit sei hier noch festgehalten, dass der Mitgründer Gotthard Clotten die ersten 18 Jahre die Kassiergeschäfte – 2. und 1. Kassierer – geführt hat, die im Herbst 1969 von Werner Daleki übernommen wurden.

Damit sei der Gründungsbericht beendet.

Bendorf, den 20. November 1991

gez. Richard Neckenig – Mitgründer und Protokollführer der Gründungsversammlung

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